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Rimbach Coaching
Erste Schritte

Was du vor der ersten Therapiesitzung wissen solltest

Was wirklich passiert, wie viel du erzählen musst, und warum die Angst vor dem ersten Termin völlig normal ist.

Cynthia Rimbach8 Min. Lesezeit

Der erste Termin ist das, was die meisten am meisten beschäftigt — und gleichzeitig der, über den am wenigsten gesprochen wird. Wer noch nie in einer Therapie oder einem Coaching war, hat verständlicherweise Bilder im Kopf, die vor allem aus Filmen stammen: eine Couch, ein schweigender Therapeut, ein peinlich-langer Moment, in dem man nicht weiß, was man sagen soll.

Mein Praxis-Alltag sieht anders aus. Ich möchte hier aufschreiben, was in einer ersten Sitzung tatsächlich passiert — damit du, falls du gerade davor stehst, mit weniger Anspannung kommen kannst.

Was du nicht musst

Bevor ich beschreibe, was passiert, hier kurz, was nicht passiert:

  • Du musst nichts vorbereiten. Keine Liste, keine Stichpunkte, keine Selbstdiagnose.
  • Du musst nicht „bei Null“ anfangen. Wir beginnen dort, wo du gerade stehst.
  • Du musst nicht weinen. Manche tun es, viele nicht. Beides ist in Ordnung.
  • Du musst nicht alles erzählen. Du entscheidest in jedem Moment, was du sagen willst.
  • Du musst dich nicht für eine Methode entscheiden. Das macht im Zweifel die Lage selbst.

Was zu Beginn passiert

Ich hole dich an der Tür ab. Wir gehen in den Raum, ich biete dir Wasser oder Tee an, und du nimmst Platz — auf einem von zwei Sesseln, nicht auf einer Couch. Wir sitzen einander schräg gegenüber, das ist bewusst gewählt: Augenkontakt ist möglich, aber nicht durchgehend notwendig.

Bevor wir inhaltlich beginnen, kläre ich kurz die Rahmenbedingungen: Schweigepflicht, Sitzungsdauer, Honorar, was bei Absagen gilt. Das dauert keine fünf Minuten und bringt eine Klarheit, die später nicht mehr im Weg steht.

Die ersten zehn Minuten

Ich frage selten geradeheraus „Was führt dich zu mir?“. Das ist eine Frage, die viele in genau dem Moment, in dem es zählt, blockiert. Statt dessen frage ich oft: Was hat den Anstoß gegeben, dass du dir diesen Termin gemacht hast?

Das ist eine kleinere Frage. Sie verlangt keine Lebensgeschichte, keine Diagnose, keine Theorie. Sie holt dich da ab, wo du dich heute morgen entschieden hast, dich auf den Weg zu machen.

Was dann kommt, ist sehr unterschiedlich. Manche Klient:innen erzählen dreißig Minuten am Stück. Andere brauchen ein paar Anläufe, weil viele Geschichten gleichzeitig drängen. Wieder andere sagen zuerst, was sie eigentlich nicht erzählen wollen — was oft das ist, worum es geht.

Was ich tue, während du redest

Ich höre zu. Aber ich höre nicht passiv. Ich notiere mir kurz, an welchen Stellen du das Tempo änderst, ausweichst, oder eine bestimmte Wendung zweimal benutzt. Das sind die Stellen, an denen oft das Eigentliche sitzt — und an denen ich später, wenn du zur Ruhe gekommen bist, vorsichtig nachfrage.

Ich unterbreche selten. Wenn ich es tue, dann meist, um dich zu verlangsamen — nicht, um dich weiterzutreiben. Therapeutische Arbeit passiert nicht im Erzähltempo, sondern in den Pausen.

Wenn Stille kommt

Stille ist kein Notfall. Sie ist ein Werkzeug. Wenn ein Gedanke gerade durchgegangen ist, brauchen viele Klient:innen einen Moment, um zu spüren, was sie selbst dazu fühlen. Die Stille ist der Raum, in dem das passiert.

Wenn dir die Stille unangenehm ist — sag es. Auch das ist Material, mit dem wir arbeiten können.

Die letzten zwanzig Minuten

In den letzten zwanzig Minuten der ersten Sitzung verschiebe ich oft den Fokus: Wir schauen vom Anliegen weg auf die Form unserer Arbeit. Was glaubst du, was du brauchen würdest? Wöchentliche Sitzungen oder größerer Abstand? Eher gesprächsorientiert oder mit konkreten Methoden wie EMDR? Allein oder mit Partner:in?

Ich gebe dir meine Einschätzung dazu. Ehrlich, auch wenn ich nicht die richtige Adresse für dein Anliegen bin. Das passiert selten, aber wenn es passiert, sage ich es im ersten Termin und nicht im fünften.

Wenn du nach der Sitzung herauskommst

Die meisten Klient:innen beschreiben das Gefühl nach der ersten Sitzung als „erleichtert und müde“. Therapie ist Arbeit, auch wenn man dabei sitzt. Gib dir danach Zeit — keine Termine direkt im Anschluss, wenn du es vermeiden kannst. Ein Spaziergang, ein Tee, ein leeres Stündchen.

Manche Themen, die in der Sitzung aufgetaucht sind, arbeiten in den nächsten Tagen weiter. Das ist normal. Schreib auf, was dir einfällt — wir greifen es in der nächsten Sitzung auf, falls es noch relevant ist.

Was, wenn die Chemie nicht stimmt?

Therapeutische Arbeit lebt von der Verbindung zwischen Therapeut:in und Klient:in. Die kann man nicht erzwingen — und nicht jede Verbindung ist eine gute. Wenn du nach der ersten Sitzung das Gefühl hast, dass es bei mir nicht passt, sag es. Ich helfe dir gerne, eine Kolleg:in zu finden, bei der du dich besser aufgehoben fühlst.

Auch das ist Teil des Prozesses. Niemand wird mit der ersten Sitzung gleich therapiert — manchmal beginnt die eigentliche Arbeit damit, herauszufinden, mit wem du sie machen willst.

Eine letzte Sache

Wenn du unsicher bist, ob das hier der richtige Schritt ist: Du musst ihn nicht alleine machen. In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch klären wir, ob unsere Wellenlängen passen. Manchmal ist genau das schon genug, um den nächsten Schritt klarer zu sehen.

Cynthia Rimbach
Cynthia Rimbach
Heilpraktikerin für Psychotherapie
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